Verdienter Punktgewinn in Köln

Finkhaus
quelle: www.tus-niederkirchen.de

" Totgesagte leben länger" - nach diesem Motto gestaltete die erste Frauen-Fußballmannschaft des TuS Niederkirchen ihr Meisterschaftsspiel des 7. Spieltags der 2. Bundesliga Süd beim Tus Köln rrh.

Aufgrund der Heimniederlage am letzten Spieltag gegen Wacker München mußten die Niederkirchener Frauen eine Menge Prügel einstecken. Vereinsverantwortliche, Trainer und Fans sparten nicht mit Kritik. In der regionalen und auch überregionalen Presse wurde außerdem auch in außergewöhnlichen Sonderberichten der Bogen teilweise kräftig überspannt. Es war hierein die Rede von einer leblosen Ansammlung von Spielerinnen, die ohne Zusammengehörigkeitsgefühl und ohne Bindung zum Verein lustlos und gleichgültig ihre Arbeit verrichte.

An den Trainingsabenden während der vergangenen Woche und vor allem am Sonntag im Sportpark Höhenberg zu Köln sah jedoch der Betrachter eine richtige Mannschaft auf dem Platz stehen, die unbedingt wollte, dass einiges der Kritik doch sehr überzogen war. Mit engagiertem und äußerst kampfbetonten Spiel über 90 Minuten zeigte die Pfälzer Truppe, dass sie durchaus in der Lage ist, auch einen erklärten Meisterschaftsfavoriten wie den Tus Köln an den Rand einer Niederlage zu bringen.

Von Beginn setzten die Niederkirchenerinnen ihre Gegner massiv unter Druck. Schon die Offensivkräfte Tine Veth, Steffi Wagner und Annika Antonaci störten durch frühes Angreifen den Kölner Spielaufbau. Im Mittelfeld wurden die Zweikämpfe entschlossen angenommen und auch größtenteils gewonnen. Auch im Spiel nach vorne konnten Ann-Chris Angel, Shqiponje Alilaj und Steffi Dums starke Akzente setzen. Bei schön herausgespielten Tormöglichkeiten scheiterten jedoch Alilaj in der 10. Minute und Veth in der 32. Minute in aussichtsreicher Position.

Die Spielerinnen des Tus Köln zeigten sich anfangs überrascht von der Leistungsstärke ihrer Gegnerinnen aus der Pfalz. Um weiter im Titelrennen mitmischen zu können, wollte man die Punkte unbedingt in der Domstadt behalten. Jedoch erst ab Mitte der ersten Hälfte kam man gelegentlich etwas gefährlicher vor das Niederkirchener Tor. Patricia Kehrer und Silvana Arcangioli in der Pfälzer Innenverteidigung räumten jedoch Angriffe durch die Mitte konsequent ab. Die beiden Außenbahnen wurden von Franzi Boll und Lisa Egelhof dicht gemacht. So waren die Kölner Offensivkräfte gut aufgehoben und weitestgehend ausgeschaltet.

Mit einem für Köln schmeichelhaften 0:0 wurden die Seien gewechselt.

Auch in der zweiten Hälfte sahen die Zuschauer ein ähnliches Bild. Mit großem Einsatz boten die Niederkirchenerinnen dem Favoriten Paroli. Es entwickelte sich ein verbissen geführtes offenes Kampfspiel, jetzt auch mit einigen Freistoßchancen infolge von Faulspielen auf beiden Seiten. Kapital daraus konnte keine der beiden Mannschaften schlagen.

In der 79. Minute jedoch schien das Pech, wie schon in den vergangenen Partien, wieder zu den Niederkirchener Frauen zurückzukehren. Nach einem regelgerechten Tackling im Strafraum von Lisa Egelhof, die bei einer Grätsche von der Seite eindeutig den Ball spielte, blieb die Kölner Stürmerin im Strafraum liegen. Die Schiedsrichterin entschied auf Strafstoß für Köln und zeigte zudem noch die gelbe Karte für die Niederkirchener Abwehrspielerin. Wieder einmal schien die Pfälzer Truppe um den Lohn für ihre engagierte Leistung gebracht: doch man hatte die Rechnung ohne Sandra Stutzer gemacht. Die Niederkirchener Torfrau, die aufgrund der Verletzung von Michelle Krajnc wieder an ihre alte Arbeitsstelle zurückgekehrt war, bewies wiedereinmal ihre besondere Klasse. Schon während des ganzen Spiels strahlte sie enorme Ruhe und Sicherheit aus und zeigte eine länderspielreife Leistung. Diese krönte sie noch, indem sie mit tollem Einsatz den Elfmeter und den folgenden Nachschuß in unnachahmlicher Manier parierte.

Von dieser Aktion angespornt versuchten die Niederkirchenerinnen noch einmal, vielleicht sogar den Siegtreffer zu erzielen. Bei einer letzten Großchance zischte ein herrlicher Distanzschuß von Steffi Wagner in der 90. Minute jedoch um Zentimeter am Tor vorbei.

Am Ende hieß es nach einem überdurchschnittlich guten Zweitliga-Spiel 0:0. Auf Kölner Seite war man letztendlich trotz des vergebenen Strafstoßes glücklich über den Punktgewinn.
Der Neiderkirchener Trainer Michael Drese zeigte sich zufrieden mit dem Auftritt seiner Truppe. Kämpferisch und läuferisch könne er nichts beanstanden, jedoch wäre vom Spielerischen her noch etwas mehr zu erwarten gewesen. ( me )

Tus Köln rrh Hermann - Okamura, Braun, Kummer, Tüllmann - Wurth ( 89. Windmüller ) Stein, Petri, Demivtas - Metzele ( 60. Krist ), Bings ( 55. Spangemacher )

TuS Niederkirchen Stutzer - Egelhof, Kehrer, Arcangioli, Boll ( 70. Dünker ) - Dums, Angel, Alilaj ( 83. Geiger ), Antonaci ( 85. Drljaca ) - Wagner, Veth

Zuschauer 100
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