Kann das Internet-TV den Frauenfußball revolutionieren? (Quelle: Womansoccer)

Chiana
„Vereine und DFB sollten in einer konzertierten Aktion Überlegungen anstellen, wie die Damenligen attraktiver werden könnten“, schrieb unser Leser „Max Diderot“ vor kurzem in einem Kommentar. Und in der Tat: Ohne qualitative Verbesserung sowohl in struktureller wie sportlicher Hinsicht wird es der Frauenfußball auch in Zukunft schwer haben, abseits von Großereignissen wie Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen in der Öffentlichkeit hohe Aufmerksamkeit zu erzielen.

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testman
Ein sehr interessantes aber auch hochkomplexes Thema! Auch die Meinungen unter dem Artikel zeugen von interessierten, tiefen Gedankengängen. *Daumen hoch*

Die Kopplung der Rechte mit den Männerligen (sofern dies stimmt) ist nicht gerade für den FF förderlich. Ich sehe das genauso wie Tom Schlimme -> ohne TV kein deutliches Plus an Zuschauern -> kein deutliches Plus an Zuschauern -> kein nennenswertes TV-Interesse

Dazu kommen dann noch kommerzielle Firmen, die damit Profit machen möchten oder schon möglichst früh in einen Zukunftsmarkt reinstoßen. Bestes Beispiel ist bbl.tv! Dort kann sich jeder Basketball-Spiele gegen Geld anschauen, allerdings wenn man die Übertragungsspiele sieht, ist da von Vielfalt nicht mehr viel übrig. Der Deutsche Meister ist dort das Zugpferd Nummer 1. Aus Sicht des Anbieters ist das legitim, da er damit wohl das meiste Zuschauer/Zuseherinteresse generieren kann. Ob sich Vielfalt abzeichnet, wenn das Geschäft halbwegs rentabel läuft, bleibt abzuwarten... (Übrigens ist der Weg des Basketballs gerade zu bezeichnet, wie man es im TV nicht machen sollte. Erst lief es im DSF, dann erwog man eine Rechtevergabe an Premiere, mit der Hoffnung dies würde genügend Abo-Kunden generieren und nun bbl.tv wieder gegen Geld. Angemerkt sei noch - Basketballzuschauerzahlen liegen real durchweg im soliden 4-stelligen Bereich. Da müsste Frauenfussball erstmal aufholen)

Selbst wenn es der Liga oder vielleicht einem/ein paar Vereinen gelingen könnte, Internet-TV erfolgreich durchzusetzen, würde das den DFB mit den ÖFR gleich auf den Plan rufen. Das ist wie mit einer Goldmine. Man hat sich das Gebiet für die Zukunft abgesteckt und lässt es weitgehend brach liegen. Falls ein paar "Einbrecher" oder Verlaufene dort zum großen Goldfund ansetzen würden, gäb es in der neumodischen Zeit gleich ein paar Rechtsklagen. (Der DFB bzw. die Landesverbände verstehen da keinen Spass, wie man aktuell sieht: vergleiche die Klage gegen hartplatzhelden.de)

Aus meiner Sicht lautet die Antwort auf die Frage "Kann das Internet-TV den Frauenfußball revolutionieren?": "Ja, es könnte, wird es hierzulande aufgrund der komplexen Rechtevergabe nicht tun."

Bleibt das große Rätselraten, was die Vereine sonst noch unternehmen könnten... Mit den Mitteln und Leuten die ihnen zur Verfügung stehen! Z.B. sind wir in der untersten bayrischen Spielklasse immer auf und dran, eine stets aktuelle und interessante Homepage zu haben... gehen auf die Presse mit Texten und Fotos zu (je nach sonstigem Sportaufkommen gibt es Berichte mit Fotos bis zu einer halben Seite im lokalen Sportteil der Tageszeitung) und wecken und werben weiter um das Interesse der Zuschauer. Mittlerweile 30 bis 50 'echte' Zuschauer empfinde ich für die Frauen-Kreisklasse schon als einen kleinen Erfolg...

Ob mit oder ohne (Internet-)TV, das Buhlen um mehr Medieninteresse muss weitergehen. Lasst euch nicht unterkriegen! smile